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Hannes Leitlein

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Rassistisches Hin und Her

Ob der Gaucho-Tanz rassistisch war, fragen sich jetzt alle. Er ist es nicht, sagen die Einen. Andere dagegen meinen, das hätten sich die Spieler sparen können, wo sie doch die ganze WM so integrativ geglänzt haben. Dieses Hin und Her, das gerade mit unzählbar vielen Kommentaren im Netz ausgefochten wird, zeigt: Es geht bei Rassismus auch um Deutungshoheit. Weiterlesen

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Wegelagerer

Zwischen Reinhard Kardinal Marx und Heinrich Bedford-Strohm liegen keine fünf Fahrradminuten. Das ist die „Ökumene der kurzen Wege“, wie Bedford-Strohm seine Beziehung zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz bezeichnete. Doch welchen Weg wählte der neue Ratsvorsitzende, als er sich am vergangenen Samstagabend zum ökumenischen Antrittsbesuch auf sein Fahrrad schwang? Weiterlesen

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Ein öffentlicher Theologe

Alle lieben Heinrich Bedford-Strohm. Der neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war schon vor seiner gestrigen Wahl der Kandidat der synodalen Herzen. Der bayerische Landesbischof gilt als brillanter Theologe und aufgeschlossener Seelsorger zugleich. Er bewegt sich gewandt auf politischem Terrain und sammelt mit seiner Facebook-Präsenz fleißig “Likes”. Er verkörpert, was er mit seiner Kirche erreichen will: Er ist ein öffentlicher Theologe. Weiterlesen

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Die sind doch alle so

Kennen Sie Afrika? Nein? Nicht so wichtig! Schließlich handelt es sich bei diesem Kontinent, der größer ist als Europa, China und die USA zusammen, eigentlich nur um ein kleines, überschaubares Land am Meer. In Afrika, da gibt es wilde Tiere, und die Menschen dort sind allesamt bettelarm. Das ist eigentlich alles, was sie über dieses Fleckchen Erde südlich von Italien wissen müssen. Ach ja, nicht dass wir’s vergessen: Der Afrikaner an sich ist im Gegensatz zum aufgeklärten Europäer auch noch durch und durch homophob.

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Repräsentranz

Eine Kirche, die sich einst der Hierarchie entledigt haben wird, braucht keine Ratsvorsitzenden. Protestantismus heißt: Alle evangelischen Christen sind die obersten Repräsentanten ihrer Kirche. Die Gemeinschaft der Gläubigen kommt ohne diesen Posten aus. Und doch sollten sie sich diesen Luxus leisten, auch wenn er auf Kosten des Priestertums aller Gläubigen geht. Weiterlesen

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Die Hände zum Himmel

Alle Signale standen auf Harmonie, als sich vor einer Woche der konservative Flügel der evangelischen Kirche in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena versammelte. Glaube, Liebe, Hoffnung – darüber blauer Himmel. In der Cannstatter Kurve strömt sonst Bier aus Plastikbechern in die Hälse grölender Fans, an diesem Tag glitzerten 600 Trompeten und Posaunen in der Sonne. Sefora Nelson, die evangelikale Version von Schlager – ikone Helene Fischer, sang „Wir sind Teil seiner Geschichte“; das Lied hat sie eigens für den Christustag komponiert. Die Band und der 100-köpfige Projektchor umspülten sie mit Wohlklang. Weiterlesen

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Kirchenschiffe sind Rettungsboote

Wenn Menschen Schutz suchen, darf sich Kirche nicht verschließen. Sie muss Partei ergreifen, anstatt diese Menschen vor verschlossene Türen zu setzen. Kirchenasyl ist deshalb keine Möglichkeit, die ein Presbyterium abwägen kann wie die Frage um den Abriss oder Erhalt eines baufälligen Kirchturms. Es wäre stattdessen eine Unmöglichkeit, Menschen in Gefahr für Leib und Leben diesen letzten Zufluchtsort nicht zu gewähren. Kirchenschiffe müssen Rettungsboote sein!

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Abschottung abwählen!

Seit Jahren setzt die Europäische Union auf Abschottung – doch die hungernden und vom Krieg traumatisierten Menschen kommen trotzdem. Unzählbar viele Tote liegen inzwischen namenlos und vergessen auf dem Grund des Mittelmeers. Doch anstatt diese zynische und mörderische Politik, die ganz offensichtlich gescheitert ist, zu verwerfen, wird sie seit Jahren subtil und Schritt für Schritt weiter verschärft. Weiterlesen

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Wir sind jung und sagen Ja!

Tausend Gedanken haben wir im Kopf. Wir können vor Nervosität schon kaum mehr denken. Das Lied, das wir uns zum Einzug ausgesucht haben, dröhnt durch die Türen der Kirche zu uns auf den Vorplatz. Kein getragener Hochzeitsmarsch, sondern ein Disco-Hit beschallt unseren Traugottesdienst. Unser Herzschlag passt sich dem Beat an. Wir sind unsicher. Sollen wir schon reingehen? Wir warten noch einen Moment ab. Dann geben wir uns einen Ruck. Hand in Hand gehen wir auf die große Tür zu und betreten die festlich geschmückte Kirche. Überall jubeln Menschen. Sie applaudieren und tanzen. Es sind unsere Familien, unsere Freunde! Von überall her sind sie ins Ruhrgebiet gekommen, um unsere Hochzeit zu feiern. Weiterlesen

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Gott, sind wir neidisch!

Seit sich Jorge Mario Bergoglio den Namen Franziskus für sein Pontifikat ausgesucht hat, steht die konfessionelle Weltordnung auf dem Kopf. Katholiken staunen darüber, dass der Heilige Geist wider Erwarten auch im Vatikan wirbeln kann. Protestanten hören neuerdings neugierig zu, wenn Rom spricht. Außenstehende sind verzückt und gratulieren unbedarft auch den Protestanten zu ihrem neuen Papst. Weiterlesen

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O Gott, was kommt da auf mich zu?

Pensionen statt Visionen
Wenn ich in wenigen Jahren mein Studium abschließe, wird auch die evangelische Kirche am Ende sein. Zwar sprudeln im Moment die Kirchensteuereinnahmen trotz schwindender Mitgliederzahlen wie nie zuvor, aber schon jetzt ist klar, dass die Kirche mit ihren geburtenstarken Pastorenjahrgängen selbst in den Ruhestand versetzt wird. Alle verfügbaren Mittel sind etwa vom Jahr 2020 an für die Pensionsansprüche eingeplant. Weiterlesen

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IN SCHA‘A LLAH

Der 11. September 2001 war so etwas wie das Schlüsselereignis meiner Generation, wie es die erste Mondlandung oder der Mauerfall für die Generationen vor uns war. Auf allen Fernsehkanälen erschienen die gleichen Bilder: die brennenden Wolkenkratzer, Menschen, die sich in Panik 400 Meter in die Tiefe stürzten, das Chaos am Ground Zero. In Endlosschleife sahen wir, wie die beiden Flugzeuge in die Twintower krachten. Wie eine hässliche Fratze brannten sich die Bilder vom Anschlag auf das World-Trade-Center in die kollektive Erinnerung ein. Weiterlesen

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Viel Rauch um viel!

Hauptsache viel, Hauptsache, dick belegt – die „Bischofspizza“ im Ristorante Don Camillo gehört zu den exklusivsten Verschwendungen, die die Limburger Gastroszene dieser Tage zu bieten hat. Viel Gambas, viel Käse, viele Cocktailtomaten und Muscheln, und das auch noch für viel Geld. Dabei ist die Bischofs – pizza, verglichen mit den 31 Millionen, die der Limburger Bischofssitz gekostet hat, beinahe ein Schnäppchen. Nur 24,70 Euro kostet das First-Class-Fastfood. Seit zwei Wochen hat Don Camillo den Edelsnack nun als kleines Leckerli für Touristen im Programm.

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Was würde welcher Jesus tun?

Heute bin ich in der Angelegenheit Franz-Peter Tebartz-van Elst wieder einmal über “What would Jesus do?” gestolpert. Die Frage, die sonst unter Konfirmandinnen und Konfirmanden gedruckt auf ein Armband reisenden Absatz findet, wurde dieses mal von Journalist Edgar S. Hasse in einem Leitartikel des Hamburger Abendblatts bemüht. Gerade eine Institution, deren Aufgabe die öffentliche Vermittlung von religiös aufgeladener Moral sei, werde danach beurteilt, wie moralisch sie selbst handle, schreibt der evangelische Theologe. Weiterlesen

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Besinnung

In Wuppertal stand gestern, einen Tag vor der Bundestagswahl 2013, alles still. Etwa 100 Neonazis blockierten mit einer Demonstration die Stadt und beschäftigten über 1000 Polizistinnen. Die nur schwer zählbaren Gegendemonstrantinnen verteilten sich auf die ganze Stadt und hinderten die unerwünschten Gäste erfolgreich daran, ihre Demonstration wie geplant durchzuführen. Auf halber Strecke mussten sie umkehren um vom Bahnhof Barmen wieder nach Hause zu fahren. Vor Beginn der Demonstrationen fand in den beiden Citykirchen in Elberfeld und in Barmen jeweils eine kurze Andacht statt. Die Andacht in Elberfeld durfte ich im Rahmen meines Gemeindepraktikums halten. Weiterlesen