Grundlagen der Fotografie

Alles in der Fotografie beginnt mit Licht. Irgendwie muss es auf einem lichtempfindlichen Material landen – ob nun Film oder Sensor. Wie es dort hinkommt, hat viel mehr mit Leidenschaft, Übung und Ausdauer zu tun, als mit der Technik. Einige Grundkenntnisse sind jedoch unerlässlich, um das Licht zu bändigen. Für einen Workshop habe ich diese zusammengefasst.

Blende

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Die Blende ist eine Öffnung im Objektiv der Kamera. Sie lässt sich öffnen und schließen. Ist sie weit geöffnet, gelangt mehr Licht in die Kamera – das Bild wird heller. Bei einer kleiner Öffnung ist es umgekehrt.

Neben der Helligkeit lässt sich über die Blende allerdings vor allem die Tiefenschärfe beeinflussen. Die Tiefenschärfe bezeichnet den Bereich, der über den fokussierten Punkt hinaus im Ergebnis scharf ist.

Kleine Blendenzahl = große Blende = geringe Tiefenschärfe

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Große Blendenzahl = kleine Blende = große Tiefenschärfe

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 Belichtungszeit

Die Belichtungszeit gibt in Sekunden an, wie lange der Verschluss der Kamera geöffnet ist und wie lange demnach Film/Sensor belichtet werden. Mit kurzen Belichtungszeiten lassen sich schnelle Bewegungen einfangen. Das ist gerade im Sport und im Schlamm gefragt.

1/500 Sekunde:

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Durch einen sogenannten Mitzieher, bei dem die Kamera während des Auslösens mit dem Objekt geführt wird, lässt sich dieses Ergebnis erzielen:

1/25 Sekunde:

Hamburg

10 Sekunden:

Bangalore

Lichtempfindlichkeit

Die „ISO“ ist die Lichtempfindlichkeit des belichteten Materials. Ist diese hoch, kommt es zu einem Rauschen im Bild. Das Rauschverhalten neuerer Kameras wird zwar immer besser. Ziel ist aber dennoch eine möglichst niedrige Einstellung zwischen 100 und 1600.

ISO 100

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ISO 6400
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Alle drei zusammen

ISO, Blende und Belichtungszeit interagieren. Je nach Motiv hat eine dieser drei Einstellungsmöglichkeiten Priorität. Die Anderen müssen sich dementsprechend daran anpassen. Ziel ist ein ausgewogenes Ergebnis beziehungsweise eine korrekte Belichtung. Die Programme einer Kamera bieten die Möglichkeit, eine Einstellung manuell zu wählen, während die Automatik sich um den Rest kümmert.

Brennweite

brennweite

Die Brennweite bezeichnet den Abstand zwischen der Linse, die das Licht bündelt, und dessen Brennpunkt. Sie wird in mm angegeben. Ein 50mm -Objektiv entspricht etwa dem menschlichen Auge und führt zu „natürlichen“ Ergebnissen. Objektive darunter werden als Weitwinkel bezeichnet, die mit höherer Brennweite sind Teleobjektive.

Je nach Brennweite verändert sich der Ausschnitt. Was als Vergrößerung wahrgenommen wird, ist eigentlich nur eine Verkleinerung des sichtbaren Bereichs auf dem Sensor. Das lässt sich an der Grafik am besten nachvollziehen.

10mm

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50mm

AZbleibtDemonstration

200mm

Gefängnistour 2013

Gängige Kamerasensoren

sensoren
Das Kleinbild wird auch Vollformat genannt. Es entspricht dem alten Kleinbildfilm aus analogen Zeiten. Inzwischen gibt es Sensoren in etliche Größen. Zu bedenken ist bei Wechselobjektiven, dass bei kleineren Sensoren immer nur ein Ausschnitt auf dem Sensor landet, was als Crop-Faktor bezeichnet wird (siehe Grafik). Beim Kauf eines Objektives ist dies besonders zu beachten, da je nach Sensor kürzere Brennweiten zum gleichen Ergebnis führen.

Crop-Faktor beim APS-C-Sensor

crop

Recht

Wer auf den Auslöser drückt hat (Urheber-)Recht. Urheberrecht gilt bis 70 Jahre nach dem Tod. Porträts und ähnliches dürfen nur mit Einwilligung veröffentlicht werden. „Model-Release-Vertrag“ wenn Personen zentraler Bestandteil sind. Recht ist keine feste Größe sondern immer im Wandel 😉

Inspiration

Online
  • www.flickr.com
  • www.500px.com
  • www.fotocommunity.com
  • www.photocase.de
  • www.kwerfeldein.de
  • www.ignant.com
  • www.fstoppers.com
Offline
  • Bildbände
  • Musikmagazine
  • Innenstädte
  • Der Rest der Welt

Geheimtipps

  • So viele Fotos machen, wie möglich
  • Nur die Besten behalten und rumzeigen
  • Alles ausprobieren
  • Immer eine Kamera dabei haben

(2) Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Super! Willst du noch etwas mehr über den Zusammenhang zwischen Sensorgröße, ISO und Bildrauschen sagen oder vielleicht was verlinken? Ich stelle immer wieder fest, dass ich das erklären muss, wenn mich Freunde fragen, welche Kamera sie denn so nehmen könnten.

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    • Ehrlich gesagt hab ich davon keine Ahnung. Müsste ich auch erst nachlesen. Hast du einen guten Tipp? Dann versuche ich es hier unterzukriegen …

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